Häufige Fragen:

Was ist systemische Therapie?

Die Systemische Therapie hat sich in den 50er Jahren aus der Kindertherapie entwickelt. Sie gründet einerseits auf der Erfahrung, daß es in der Einzelbehandlung von Kindern und Jugendlichen zwar Besserungen und Erfolge gibt, diese aber oftmals nur von begrenzter Dauer sind. Andererseits kann mit dem Gesundwerden eines Kindes ein anderes Familienmitglied in Schwierigkeiten kommen und selbst eine Behandlung benötigen. Da die Kinder-Einzelbehandlung früher nur von psychoanalytisch ausgebildeten KindertherapeutInnen betrieben wurde, zeigten sich die oben beschriebenen Behandlungsprobleme auch zuerst im psychoanalytischen Rahmen. Hier wurde das Problem eines Kindes zunächst nur als Ausdruck der psychischen Probleme eines Elternteils betrachtet, und zwar entsprechend der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie meist als das Problem der Mutter. Das führte zunächst dazu, daß z.B. in dem wissenschaftlich nicht haltbaren Begriff der »schizophrenogenen Mutter« die Mutter als alleinige Verursacherin und damit als Schuldige angesehen wurde für die psychische Erkrankung des Kindes. Als Vater der heutigen modernen Familientherapie gilt der englische Kommunikationsforscher Gregory Bateson. Bateson zeigte als erster die Zwickmühle auf, in die Menschen geraten können, wenn sie versuchen, sich auf verschiedenen Ebenen zu verständigen, ohne – aus unterschiedlichsten Gründen – über die Art ihrer Verständigung selbst reden zu können. Bateson nannte solche Zwickmühlen »double-bind«, auf deutsch »Doppelbindung« oder »Beziehungsfalle« und sah deren Auswirkungen als wesentlichen Grund für psychische Probleme an. Auf der Basis der theoretischen Überlegungen von Watzlawick und Bateson entwickelte eine Gruppe von Mailänder PsychoanalytikerInnen unter der Leitung von Mara Selvini-Palazzoli die erste moderne Form der später sogenannten systemischen Familientherapie aus einer Zusammenschau der kommunikations-wissenschaftlichen Ergebnisse und Erkenntnissen des sozialen Konstruktionismus. Heute sind fast alle Formen der Familientherapie mehr oder weniger von dieser systemischen Therapierichtung beeinflußt.
Kernpunkte der systemischen Sichtweise sind die »Theorie sich selbst erzeugender Systeme« und der sogenannte »erkenntnistheoretische Konstruktivismus«. Diese Fachausdrücke hören sich kompliziert an, sind aber relativ einfach zu verstehen. Menschen und Gruppen von Menschen werden als Teil eines Beziehungsnetzes verstanden, in dem sich im Laufe von Generationen und im Laufe des Lebens – passend zum Lebenskontext – jeweils eine eigene Sichtweise der Realität herstellt bzw. konstruiert wird. So kann es dazu kommen, daß es viele verschiedene Sichtweisen darüber gibt, was unter Realität verstanden wird, bzw. wie eine Sache beschaffen oder wie z.B. das Verhalten eines Menschen einzuschätzen ist, ohne daß eine von ihnen richtiger oder wertvoller wäre als andere. Der Grund warum Menschen unterschiedliche Annahmen über die Realität entwickeln liegt nicht so sehr darin,daß eine objektiver ist als eine andere, sondern zunächst darin, daß sie für die betreffende Person nützlicher ist. Diese Annahme einer Vielfalt von »Realitäten« hat Vor- und Nachteile: Jeder Mensch und jede durch einen (Lebens-)Sinn miteinander verbundene Gruppe von Menschen hat zunächst eine »eigene Realität«, ein eigenes Bild von der Wirklichkeit. Um sozial zu überleben, müssen diese »privaten« Bilder der Wirklichkeit eine breitere Basis bekommen und gesellschaftlich akzeptiert werden. Je stärker eine bestimmte Sichtweise der Wirklichkeit sozial akzeptiert ist oder auch politisch mit Macht durchgesetzt wird, um so mehr vermittelt sie den Eindruck, daß es sich bei ihr um »die« Realität schlechthin handelt. Davon abweichende »Realitäten« können sich dagegen dann nur noch schwer durchsetzen. Der systemische (Familien-)Therapeut wäre also ein Spezialist, der sich auf der Grenze zwischen verschiedenartigen Realitäten bewegen und die beteiligten Personen in ihrem Bemühen unterstützen kann, über ihre Situation ein Gespräch zu führen. Dieses schließt die Austragung von Kontroversen nicht aus. Ein Therapeut, der sich im obigen Sinne als systemisch versteht, besitzt keine Krankheitslehre und wird dementsprechend weder Diagnosen stellen noch Krankheiten behandeln. Er wird alle an der Familientherapie beteiligten Personen gleichermaßen nach ihrer Sichtweise desjenigen Problems fragen, das die Familie zu ihm geführt hat. Ob sich daraus anschließend ein therapeutischer Gesprächsprozeß über mehrere Sitzungen entwickelt, hängt weitgehend vom Interesse und von der Erfüllung oder Änderung der Erwartungen aller beteiligten Familienmitglieder ab. Die systemische Familientherapie geht davon aus, daß bei den Mitgliedern einer Familie und in der Familie als Ganzes »Selbstheilungskräfte« vorhanden sind, die mit Unterstützung des Therapeuten mobilisiert werden und die Familie in die Lage versetzen können, einen Großteil ihrer Probleme ohne beständige therapeutische Hilfe zu lösen.

Was ist Hypnose und Hypnotherapie?

Die traditionelle Auffassung der Hypnose geht von der Suggestibilität des Menschen aus: einer allgemeinen Tendenz, Fremdsuggestionen in gleichlautende Autosuggestionen bzw. entsprechende Vorstellungen umzusetzen. Das heißt, sofern der Rapport hinreichend ist, übernimmt der Klient Anweisungen vom Therapeuten - unabhängig von eigenen Lebenserfahrungen. Im Gegensatz zu diesem eher manipulativen und traditionellen Hypnoseverständnis geht Ericksons Therapieauffassung von einem autonomen Veränderungspotential des Klienten aus. Das drückt sich in der Anpassung an die Möglichkeiten des Klienten aus (Utilisationsprinzip). Das heißt, das therapeutische Angebot orientiert sich an den Interessen, der Motivation, den Überzeugungen, dem Verhaltensrepertoire und dem sprachlichen Stil des Klienten. Auch das, was traditionell als Widerstand klassifiziert würde, wird von Erickson als grundsätzlich nützliche Eigenart akzeptiert. Im Sinne dieser Auffasssung wird häufig das Symptom nicht als etwas betrachtet, das zu eliminieren ist, sondern als Ausgangspunkt der Veränderung (bezüglich Dauer,Zeitpunkt, Frequenz, Kontext in dem es auftritt usw.).Für Erickson ist Trance ein natürlicher Zustand, der auch im Alltag auftritt. Trancephänomene kommen nicht nur bei therapeutischen Tranceinduktionen vor. Eine Person kann gleichzeitig telefonieren und auf einem Schreibblock Bilder malen, Autofahren und innerlich eine Begebenheit rekapitulieren. Das heißt, dissoziiertes Verhalten tritt auch ohne Tranceinduktion auf. Weitere Beispiele für Trancephänomene im Alltag sind Tagträume, Absorbiertheit in eine Lektüre, einen Film, ein Gespräch.
Diese alltäglichen Trancen weisen dieselben Tieftrancephänomene auf, die auch therapeutisch induzierte Trancen kennzeichnen: Regression und Progressionen in der Zeit, Dissoziationen, posthypnotische Suggestionen, Amnesie und Hypermnesie sowie positive und negative Halluzinationen, Verwirrung und Empfindungsverzerrungen. Die meisten Menschen lernen im Verlauf ihrer persönlichen Geschichte zumeist diejenigen Tieftrancephänomene hervorzurufen, also sich selbst genau die Trance zu induzieren, die ihnen im Umgang mit mit ihren besonderen Umständen und Problemen am wirkungsvollsten sind. In diesem Sinne lassen sich etwa neurotische, psychotische oder andere Symptome als selbstinduzierte Trancen verstehen, mittels derer das Individuum versucht, eine Lösung zu einem Problem zu kreieren, die sich freilich im Kontext seines Systems als unzulänglich erweist. Wenn es im Rahmen der Hypnotherapie also gelingt, die bereits persistierende Symptomtrance aufzulösen und die spezifische Kombination der jeweiligen Tieftrancephänomene, die an der Konstitution des Symptoms beteiligt sind zu desintegrieren, so verändert sich auch das Symptom. Ziel einer solchen Therapie und das gilt auch für die von mir angebotene ist also weniger die Induktion einer therapeutischen Paralleltrance, sondern vielmehr die Auflösung der bereits bestehenden. Aus Hypnotherapie im engeren Sinne wird so ein Prozeß der De-hypnotisierung des Patienten unter Berücksichtung des Kontextes, in dem das Symptom entstand.

Werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen?

Da die Krankenkassen lediglich die Kosten für approbierte Ärzte und Diplompsychologen in den Richtlinienverfahren Psychoanalyse, tiefenpsychologische Therapie und Verhaltenstherapie nicht aber für die systemische Therapie übernehmen, ist eine Kostenübernahme auf diesem Wege leider nicht möglich. In Einzelfällen ist eine Kostenübernahme nach Rücksprache mit den privaten Krankenversicherungen möglich. Im Falle der Therapie von Familien mit Kindern und Jugendlichen besteht die Möglichkeit die Kosten für die Therapie im Rahmen eines Hilfeplans durch die örtlichen Jugendämter übernehmen zu lassen.